Über 150 Jahre Kleingartenkultur

150 Jahre – und kein bisschen altmodisch

Kleingärtner feiern Tag des Gartens mit Jubiläum

Am 15. Juni öffnen wieder zahlreiche Kleingartenanlagen in ganz Deutschland ihre Pforten zum „Tag des Gartens“, initiiert vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. (BDG). Der Hauptfestakt findet dieses Jahr in Leipzig statt, denn hier nahm vor 150 Jahren die Schreberbewegung ihren Anfang. Altmodisch ist das Gärtnern allerdings keineswegs: Gerade in den großen Städten strömen die jungen Familien weiterhin in die kleinen Gärten und entdecken das Glück des eigenen Grüns.

„Urban Gardening“, das Gärtnern in der Stadt, ist heute in aller Munde. Was als neue, junge Bewegung erscheint, startete aber schon vor 150 Jahren in Leipzig: Damals griff der Schuldirektor Dr. Hauschild die Idee des Arztes Gottlob Schreber auf, in der Stadt Grünflächen zum Spielen für Kinder einzurichten. Es blieb jedoch nicht beim einfachen Spielplatz: Zusätzlich wurden Beete angelegt, an denen die Kinder die Natur besser kennenlernen konnten. Schreber zu Ehren nannte er die Anlage Schreberverein. Schnell entdeckten auch die Erwachsenen ihre Lust am Gärtnern, aus den Kinderbeeten wurden Familiengärten und schließlich die Schrebergärten, wie wir sie heute kennen. Ein bahnbrechender Erfolg: 1870, nach nur sechs Jahren, gab es schon 100 Gärten in Leipzig und bald gründeten auch andere Städte erste Gartenkolonien. Heute ist Deutschland ein wahres Gartenland: Rund eine Million Kleingärten werden von rund fünf Millionen Menschen bewirtschaftet.

Zum Tag des Gartens am 15. Juni können auch Nicht-Gärtner die kleinen Oasen genießen: Dann öffnen zahlreiche Gartenanlagen in ganz Deutschland unter dem Motto „150 Jahre – und kein bisschen altmodisch“ ihre Pforten und zeigen ihre ganze Vielfalt. In Leipzig werden der Tag des Gartens und das Schreber-Jubiläum mit einem zweitägigen Festakt am 14. und 15. Juni im Kleingärtnermuseum gefeiert.

Der „Tag des Gartens“ wurde 1984 auf Anregung des damals amtierenden BDG-Präsidenten Hans Stephan ins Leben gerufen. Stephan wollte den Menschen die Bedeutung des Gartens – und vor allem des Kleingartens – für das psychische und physische Wohlbefinden ins Bewusstsein rufen sowie der Öffentlichkeit die Freude am Garten nahebringen.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e. V. (BDG) vom 13.06.2014

Link: http://www.kleingarten-bund.de/presse/pressemitteilungen/150_jahre_8211_und_kein_bisschen_altmodisch

Der Deutschlandfunk berichtete aktuell in seiner Sendung Marktplatz in einem Beitrag vom 12.06.2014 über Kleingärten in der Stadt – Grün nach Regeln.

Wer in der Stadt in Mehrparteienhäusern lebt, für den kann er ein ganz besonderes Glück sein: der eigene Kleingarten im Viertel. Eigenhändig auf einem Fleckchen Erde zu gärtnern, pflanzen und zu pflegen verspricht Bewegung an der frischen Luft, Nähe zur Natur, stolze Ernte und sonnige Kaffeenachmittage am Gartentisch vor der kleinen Laube.

Quelle:  www.deutschlandfunk.de, Marktplatz, Donnerstag, 12. Juni 2014 10:10 Uhr

Link zur Audiodatei: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/06/12/dlf_20140612_1010_b187dddb.mp3

Kleingärten im demografischen Wandel

Bundeskongress zur Zukunft des Kleingartenwesens

Der demografische Wandel verändert Deutschland – das bekommen auch die Kleingärtner zu spüren. Während in den Ballungsräumen die Wartelisten für einen Garten lang sind, stehen in anderen Landstrichen viele Gärten leer. Auf dem Bundeskleingärtnerkongress in Kassel ist die Gestaltung dieses Wandels deshalb ein zentrales Thema.

Gut 12.000 Gartenfreunde warten in Berlin darauf, dass ein Kleingarten für sie frei wird. Doch statt das Angebot zu erweitern, wird es von städtischer Seite oftmals noch reduziert: Bauland für Wohnungen und Gewerbe erscheint wichtiger als eine Kleingartenanlage. In manchen Regionen Sachsen-Anhalts dagegen stehen teilweise 30 Prozent der Gärten leer. Das bedeutet leere Vereinskassen und ein mögliches Ende für die verbliebenen Gartenfreunde.

„Wir Kleingärtner bekommen den demografischen Wandel bereits heute mit aller Macht zu spüren“, erklärt Peter Paschke, Präsident des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG), dem Dachverband der Kleingärtner, „Wir plädieren daher für eine größere Flexibilität der Städte und Kommunen. Den Kleingärtnern wird gerne Starrsinn unterstellt, dabei sperren wir uns keinesfalls gegen neue Wege. Allerdings brauchen wir die Unterstützung der Politik, um die Kleingärten fit für die Zukunft zu machen.“

Auf dem dritten Bundeskleingärtnerkongress, der am 22. und 23. unter dem Motto „Orte für Natur, Vielfalt und Gesundheit“ in Kassel stattfindet, wird die Forderung nach einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung des Kleingartenwesens durch verschiedene Vorträge gestärkt. Unter den Rednern sind auch Florian Pronold, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Wie eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Kleingartenwesens praktisch aussehen kann, zeigt Michael Wolf, Oberbürgermeister der Stadt Altenburg. Hier wurden Kleingartenflächen zu Stadtparks umgewandelt und so das Grün für alle erhalten.

Neben Strategien für zukunftsfähige Kleingartenanlagen soll beim Bundeskongress die Bedeutung des Kleingartenwesens und seine soziale Verantwortung besonders herausgestellt werden.

Das gesamte Programm des Bundeskleingartenkongresses sowie weitere Informationen finden Sie unter: www.kleingaertnerkongress.de/kongress

Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e. V. (BDG) vom 19.05.2014

Link: http://www.kleingarten-bund.de/presse/pressemitteilungen/pm_mai_2014_1

Im Alnatura Magazin 4 / 2014 wurde auf Seite 34/35 ein sehr guter Artikel zum Thema veröffentlicht, den wir mit freundlicher Genehmigung durch die Alnatura GmbH hier zur Verfügung stellen dürfen:

„Nachhaltig Leben – Ode an den Schrebergarten“

Quelle: © Alnatura Magazin: Text: Anja Waldmann